Archiv für die Kategorie „Allgemeines“

Unfaßbar!

Samstag, 19. Dezember 2009

Es ist nicht zu glauben: Wir schreiben die 77. Minute, der FC Bayern ist nach in jeder Hinsicht unmöglichen Treffern von Artur Wichniarek und Valerij Domovchisky schon in den ersten Minuten der Partie in Rückstand geraten und drängt seitdem in einem Sturmlauf auf den Anschlußtreffer, der partout nicht fallen will. Immer wieder scheitern Mario Gomez, Arjen Robben und Miro Klose fast im Minutentakt mit hundertprozentigen Chancen. Doch dann diese 77. Minute, Freistoß für Bayern ca. 19 Meter vor dem Hertha-Tor. Robben tippt an, Schweinsteiger zieht ab mit einer Gewalt, die an die besten Zeiten eines Roberto Carlos erinnert. Der Ball fliegt und Jaroslav Drobny streckt seinen Körper auf gefühlte 2,30 m und lenkt den Ball direkt aus dem Dreiangel über die Latte. Dann die Ecke: Wieder Schweini, Kopfball Gomez und Steve ‘Fußballgott’ van Bergen rettet auf der Linie, schlägt den Ball aus der Gefahrenzone. Cicero empfängt den Ball am Mittelkreis und paßt abseitsverdächtig auf unseren Gustavo Adrian Ramos, der im Liebesglück kurz vor seiner Hochzeit auf Butt zuläuft und ihn wie letztens den Herrn Lehmann aus Stuttgart umkurvt und zum 0:3 einnetzt. Unfaßbar! Und ich stehe im Hertha-Block, wo seit 70 Minuten eine Stimmung herrscht wie wenn wir kurz vor dem Gewinn der Meisterschaft stehen würden, die 10 Grad Minus fühlt man schon nicht mehr, es ist schöner und wärmer als im Märchensommer 2006 und wie im Rausch. Doch da passiert das Unvermeidbare: Ich nippe an der Kaffeetasse und bekomme ein Stück Milchhaut, die sich nach dem Erwärmen gebildet hat, zwischen die Zähne, ein Ereignis, was zu keinem unpassenderen Zeitpunkt hätte passieren dürfen und so blieb das 0:4 und 0:5 leider aus, es blieb bei gespielten 77 Minuten.

Update 23:45: Es wurden dann doch 90 Minuten gespielt und es leif irgendwie anders - es waren nicht minus 10 Grad, es waren minus 13 Grad … naja, und auch sonst war es irgendwie anders …

Es ist wieder so weit!

Freitag, 20. November 2009

Ob der doch etwas frustrierenden Spielweise unserer Hertha war ich in eine Art Blog-Blockade getreten, ja, man kann es nicht anders nennen. Es wird einem in diesem Jahr 2009 doch recht deutlich bewußt gemacht, dass es sich deutlcih einfacher bloggen läßt, wenn die eigene Mannschaft gewinnt oder doch zumindest mal alle paar Wochen auch mal ein Pünktchen einfährt.  Doch am Vorabend eines der wenigen Höhepunkte eines Exil-Herthaners, der im Süden der Republik wohnt, möchte ich doch einige Zeilen schreiben:

Es ist auf den Tag genau 8 Monate her, dass ich die knapp 250 km nach Stuttgart zum Auswärtsspiel gefahren bin, damals stand Hertha an der Tabellenspitze und hatte 4 Punkte Vorsprung, konnte also an diesem Spieltag nicht von der Spitze verdrängt werden. Am morgigen Spieltag könnte es gegensätzlicher nicht aussehen: Hertha ist Letzter, hat 4 Punkte Rückstand auf den 17. Platz, kann also keinen Platz gutmachen. Was liegt bei diesem Vergleich näher als an einen 2:0-Auswärtssieg zu glauben - gerecht wäre es jedenfalls irgendwie … finde ich. Schau’n mer mal.

Nachtrag: 21.11., 23:55

Zurückgekehrt vom Spiel bleibt zu sagen, dass die Prophezeiung in der 81. Minute fast eingetreten wäre, denn daan wäre Stuttgart nicht wiedergekommen, aber so ist halt Fußball. Es war dennoch ein schöner Ausflug.

Wie schade!

Mittwoch, 23. September 2009

Der letzte Schuß auf das Tor der Nordkurve in der Allianz-Arena liegt gerade mal 2 Stunden zurück und ich bin auch gerade mal vor einer halben Stunde von dort nach Hause zurückgekehrt. Vielleicht sollte man nach so einem Spiel erstmal durchschnaufen und erst am Folgetag einige Zeilen schreiben … aber nein, gerade nach diesem Spiel schreibe ich es gleich. Und letztendlich bleibt nur ein Fazit: Es ist so schade für das Team, nie zuvor habe ich ein knappes Hertha-Spiel gesehen, in dem ein Sieg wirklich so verdient gewesen wäre wie heute. Nicht nur ob der Leistung von heute, sondern auch nach den letzten Enttäuschungen und vor allem nach der indiskutablen Leistung vom Sonntag.

Ich hatte Gelegenheit, Arne Friedrich kurz nach dem Spiel am Spielfeldrand zu sprechen und er hat es auf den Punkt gebracht: “Heute hat die Mannschaft Moral gezeigt” und selbst nur wenige Minuten nach Spielschluß bleibt das Resumee, dass es ein toller Fußballabend war. Hertha war fast schon weg, die Fans aus Berlin standen wie eine Wand hinter dem eigenen Team, Hertha erspielte sich Chancen und den verdienten Ausgleich, hatte bis zum Ende etliche Gelegenheiten, den Sack zuzumachen … doch leider war da noch Gabor Kiraly. So ist Fußball und dieser Spielverlauf macht viel mehr Mut für die kommenden Spiele als wenn sich Hertha wie in vielen anderen Auswärtsspielen nach einem 0:2 einfach damit abgefunden hätte. Die Jungs müssen nun nur den Kopf ob des unglücklichen Ausgangs frei bekommen und sich all die Szenen von der 70. bis zur 120. Minute nochmal anschauen. Es geht, Jungs, und es kann nicht die Rede davon sein, dass Mannschaft oder Fans nicht hinter dem Trainer stehen würden. Weiter so, es wird wieder!

Schwere Füße

Montag, 21. September 2009

Seit dem 10. August - meinem letzten Artikel - ist ne Menge passiert. Ja, die angenehmen Dinge fallen einem da zuerst ein … ich war im Urlaub … ein schöner Grund, wenig geschrieben zu haben, die weniger angenehmen Dinge kommen dann, und das ist die aktuelle Situation von Hertha BSC … und das macht derzeit fast so sprachlos, dass dies fast schon als Entschuldigung gelten darf für die ganze Zeit des Nicht-Bloggens, wenn ich mal nicht im Urlaub war. Und glaubt mir, ich war sicher keine 6 Wochen im Urlaub, sowas gibts heutzutage leider nicht mehr ;-)

Da ich ja sonst nichts weiter zu schreiben hatte, kann ich ja nur an den Artikel vom 10. August anknüpfen, geschrieben in der Vorfreude auf das Pokalspiel bei den Löwen von 1860 München, das ich mit ein paar ganz treuen Fans (meinen 3 Kindern) besuchen werde. Und da derzeit in München auch noch Oktoberfest ist, werden wohl doch gar nicht so wenige Fans zusätzlich aus der Hauptstadt dabei sein.

Und als Vorbericht läßt sich eigentlich kaum etwas anderes schreiben, als dass sich übermorgen wohl Not und Elend gegenüberstehen, den 60ern gehts grad auch nur unwesentlich besser als der Hertha und ich darf mich auf eine echte Pokalschlacht freuen  - und pilgere vornehmlich mit dem Optimismus ins Stadion, hier anschließend von einer aufopferungsvoll kämpfenden und am Ende siegreichen Hertha berichten zu dürfen. Ja, tatsächlich, ich freue mich sehr auf das Spiel, wie schwer die Füße der Spieler auch immer sein mögen. Denn: Hertha wird es immer sein - Hertha BSC heißt unser Verein!

Die Exil-Herthaner

Montag, 10. August 2009

Wenn es einen aus welchen Gründen auch immer - sei es Beruf, die Liebe, widrige Umstände oder alles zusammen - einmal aus der Stadt seines Heimatclubs mindestens 300 km vertrieben haben, sieht die Welt auf einmal etwas anders aus. Das Leben ändert sich ohnehin erheblich (vor allem, wenn man aus Berlin wegzieht), außerdem entfallen feste kurzfristige Planungsparameter, dafür kommen längerfristige hinzu - man teilt das Leben nicht mehr in ‘freie Wochenenden’ und ‘die restlichen Wochenenden’ (Heimspiele) ein, sondern sieht alles auf einmal ganz anders. Abgesehen von einigen Samstagen, an denen man in der ehemaligen Heimatstadt weilt, begleitet man sein Team doch eher aus der Ferne, am Radio, am Fernseher oder am News-Ticker - je nachdem was das Leben an einem Samstag Nachmittag noch so hergibt. Dennoch sind die Bundesligavereine doch so gut über Deutschland verteilt, dass es spärliche Highlights gibt, nämlich dann , wenn der Heimatverein zu einem Auswärtsspiel  zu einem kommt oder doch zumindest in die Nähe. Und auf einmal interessiert man sich die Saison über auch für Spiele aus der 2. Liga, die sportlich gesehen bedeutungslos sind, aber ich habe mich letzte Saison doch glatt dabei erwischt, dass ich Greuther Fürth und dem 1. FC Nürnberg gleichzeitig den Aufstieg in Liga 1 gewünscht habe - nun ja, beim 1.FCN könnte man noch von Erhalt von Tradition reden, die liegt jedoch bei Greuther Fürth doch schon sehr weit zurück und ist fast schon nicht wahr.

Einer von beiden Vereinen hat es nun tatsächlich geschafft und so kommt mir die Hertha im Oktober entgegen, ich habe nur 160 km zu fahren und man freut sich dann schon im Mai über Ergebnisse aus den Relegationsspielen, selbst wenn man es den Freunden aus der Lausitz von Herzen gegönnt hätte, in der 1. Liga zu bleiben.

Stehen die Partien in der Nähe für die Saison erstmal fest, gibt es einen weiteren wichtigen Termin, um den man sich zuvor auch nicht geschert hat. Es ist die Ansetzung aller Liga-Partien Anfang Juli, da stellt sich dann nämlich heraus, ob eines der Saisonhöhepunkte nicht vielleicht doch gerade mit dem Familienurlaub kollidiert (so letztes Jahr geschehen beim Spiel Bayern gegen Hertha) - es ist ja leider nicht so einfach durchsetzbar, den Jahresurlaub erst nach der ersten Juli-Woche zu planen … lastminute ist leider nicht jedermanns Sache ;-)

Dieses Jahr lief alles bestens, die Termine stehen und Kurz-Reisen nach Nürnberg im Oktober, nach Stuttgart im November und in die Allianz-Arena gegen Bayern kurz vor Weihnachten sind avisiert.

Und manchmal überrascht einen noch so ein unverhofftes Schmankerl (wie der Bayer sagt) und Hertha wird im DFB-Pokal den Löwen zugelost und glücklicherweise (man verzeihe mir!) auch noch auswärts und … ich bin nicht im Urlaub, da hüpft das Herz eines Exil-Herthaners! Ähnlich wird es wohl Enno ergangen sein, als er vom Spiel der Hertha in Münster erfahren hat, hier sein Spielbericht.

Tja, und dann gibt es da noch meinen Kollegen und Exil-Herthaner Stefan, der dachte bis gestern, er könnte nach der Teilnahme am Berlin-Marathon am 20.9. noch eine Woche Urlaub machen - in Berlin - und das ist die Woche, in der alle Partien der 2. DFB-Pokalrunde gespielt werden. Er wird feststellen müssen, dass man sich in München auch prima vom Marathon erholen kann.